Je nachdem wie der gewählte Klebstoff verpackt bzw. abgefüllt ist (u. a. abhängig von der Art des Klebstoffs!) oder, ob eine große oder kleine Fläche zu verkleben ist, ergibt sich eine spezielle Art des Klebstoffauftrags. Meist sind hierbei entsprechende Anleitungen auf der Verpackung angegeben. Einige generelle Dinge sind für die verschiedenen Klebetechniken jedoch wichtig.

Auftrag aus der Einkammer-Kartusche:

Der Klebstoffauftrag aus Kartuschen mit nur einer Kammer, also nur einer aufzubringenden Komponente wie z. B. für 1-Komponenten-Reaktionsklebstoffe, erfolgt durch das Aufsetzen einer entsprechenden Düse und dem anschließenden Herauspressen des Klebstoffs. Für großflächige Anwendungen ist die gleichmäßige Verteilung des Klebstoffs mit einem geeigneten Spachtel zu empfehlen. (s. Spachtelauftrag!)

Auftrag aus der Doppelkammer-Kartusche:

2-Komponenten-Klebstoffe werden häufig in sogenannten Doppelkammerkartuschen geliefert.  Mitgeliefert wird ein entsprechender Aufsatz, das sogenannte Mischrohr, in dem durch Herauspressen aus der Kartusche automatisch die Vermischung beider Komponenten im richtigen Dosierungsverhältnis stattfindet. Bei punktuellem oder raupenförmigen Auftrag, also bei kleineren Klebeflächen, kann die Verklebung direkt vorgenommen werden. Bei großflächigeren Vorhaben sollte wie auch für den Auftrag aus der Einkammer-Kartusche zusätzlich noch eine Verteilung des Klebers mit Hilfe eines entsprechenden Spachtels erfolgen. (s. Spachtelauftrag!)

Für ein Klebevorhaben wird meist nur ein kleiner Anteil des Kartuscheninhalts benötigt. Da 2-Komponenten-Reaktionsklebstoffe jedoch keine Lösemittel enthalten, ist eine Lagerung und spätere Weiterverwendung  gut möglich. Dazu sollte das aufgesetzte Mischrohr nach Gebrauch als Verschluss einfach auf der Kartusche belassen werden und erst vor der erneuten Nutzung des Klebers gegen ein neues ausgetauscht werden.

Auftrag aus der Tube oder dem Tropffläschchen (Kleinstpackungen):

Tuben oder Tropffläschchen sind i. d. R. gut handhabbar und dosierbar, so dass der Auftrag direkt aus der Verpackung vorgesehen ist.

Auftrag aus der Spraydose:

In der Spraydose gelieferte Sprühkleber sindbeim Verkleben sehr ähnlich wie beim Sprühauftrag handhabbar. (s. Sprühauftrag!) Auch hier ist besonders auf die Belüftung der Arbeitsumgebung Wert zu legen. (s. Sicherheitshinweise!)

Pinselauftrag:

Soll ein Auftrag mit dem Pinsel stattfinden wie es für große Klebeflächen besonders und für nicht zu dickflüssige Kleber häufig ist, so bietet es sich an einen möglichst billigen Pinsel zur einmaligen Benutzung auszuwählen, da sich eine aufwendige Reinigung durch einen hohen Bedarf an Lösemitteln hierfür nicht lohnt. Den benutzten Pinsel einfach aushärten lassen und im Hausmüll entsorgen!

Spachtelauftrag:

Für Verklebungen größerer Flächen und Klebstoffen, die eine relativ hohe Viskosität (Zähigkeit) ausweisen bietet sich als alternative zum Pinselauftrag der Auftrag mittels Spachtel an. Der entsprechende Spachtel sollte hierbei eine angemessen feine bis grobe Zahnung aufweisen. Wahlweise kann ein einfacher und billiger Kunststoffspachtel zum einmaligen Gebrauch oder aber ein hochwertigerer Spachtel aus Edelstahl verwendet werden. Die Reinigung des Edelstahls kann für noch nicht gehärtete Kleberrückstände mit Hilfe eines für die Klebstoffart geeigneten Lösungsmittels erfolgen.

Sprühauftrag:

Der Klebstoffauftrag mit Hilfe einer Sprühpistole sollte dann zum Einsatz kommen, wenn eine große Klebefläche nur mit einem sehr dünnen Klebefilm zu versehen ist. Nicht alle Kleber eignen sich hierzu. Einige Kleberarten sind bereits sprühfähig abgefüllt, andere können z. T. mit Hilfe eines geeigneten Verdünnungsmittels für einen Sprühauftrag aufbereitet werden. Das Aufsprühen erfolgt entweder durch eine sog. Becherpistole oder ein Drucktopfsystem für besonders große Klebstoffmengen. Für diese Art des Auftrags ist besonders auf eine gute Belüftung der Arbeitsumgebung zu achten, so dass sich Sprühnebel schnell verflüchtigen und nicht eingeatmet werden. (s. Sicherheitshinweise!)

Walzenauftrag:

Der flächige und besonders gleichmäßige Klebstoffauftrag mittels Walze eignet sich nicht für alle Klebstoffarten. So muss der entsprechende Kleber eine ausreichende Verarbeitungszeit aufweisen und sollte zudem möglichst lösungsmittelfrei sein. Kleber ohne Lösungsmittel sind leichter handhabbar bei der Reinigung. Auch können so keine Lösemitteldämpfe freigesetzt werden, was im Fall dieser großflächigen Verklebungen, die somit auch viel Klebstoff benötigen, durchaus zu beachten ist. Insbesondere Leime o. a. einige Reaktionsklebstoffe mit genügend langer Topfzeit, bieten sich hierfür an.