Eine wichtige Unterscheidung für Klebstofftypen findet sich zwischen den chemisch abbindenden (Reaktions-) Klebstoffen und den physikalisch abbindenden Klebstoffen, wozu vor allem die große Gruppe der Kontaktklebstoffe gehört.

Reaktionsklebstoffe

Reaktionsklebstoffe sind meist lösemittelfrei und führen erst durch chemische Reaktion der beiden sich im Klebstoff vereinigenden Reaktionskomponenten zu einem Klebeeffekt. Die unmittelbar auf den Reaktionsbeginn folgende Zeit, innerhalb der nun geklebt werden kann (=Topfzeit), kann je nach Produkt wenige Minuten bis zu über einer Stunde betragen. Die bei der Reaktion freigesetzte Wärme ist je nach Stärke der Wärmeentwicklung ein Zeichen für die Länge der Topfzeit: Viel Wärme bedeutet i. d. R. eine kurze Topfzeit und umgekehrt. Die Wärme verflüchtigt sich mit dem Kleberauftrag wieder. Die zu verklebenden Flächen müssen über die gesamte Dauer der angegeben Härtezeit fixiert bleiben, da keine Anfangsfestigkeit besteht. Bestimmte Arten von Reaktionsklebstoffen schäumen beim Härteprozess auf, so dass sie sich z. B. sehr gut zur Fugenfüllung bei nicht passgenauem Kleben eignen.

  • Im Bereich der Reaktionskleber gibt es zum Einen 2-Komponenten-Klebstoffe, bei denen erst durch Mischung  der beiden einzeln vorliegenden Klebstoffsubstanzen kurz vor dem Auftrag die Reaktion ausgelöst wird. Für einen optimalen Ablauf dieser sind die korrekte auf der Packung angegebene Dosierung beider Komponenten sowie eine gründliche und gleichmäßige Vermischung dieser sehr wichtig.
  • 1-Komponenten-Kleber haben die für die Härtung verantwortliche zweite Komponente bereits integriert. Beide Substanzen reagieren jedoch erst miteinander, wenn die Reaktion nach Auftrag von außen angestoßen wird. Auslöser für die Reaktion ist dabei meist Feuchtigkeit, die materialabhängig ganz einfach durch die Oberfläche des Werkstoffs (z. B. Holz) aufgenommen oder durch Aufsprühen zugeführt wird (z. B. bei den Werkstoffen Metall und Kunststoff). Die unmittelbar stattfindende chemische Reaktion fällt abhängig von der Produktzusammensetzung unterschiedlich stark und schnell aus und führt nach Aushärtung wiederum je nach Produkt zu einer harten bis elastischen Konsistenz.

Kontaktklebstoffe

Die große Palette an verschiedensten Kontaktklebstoffen enthält meist Lösemittel. Nach Auftrag des Klebers auf beide zu verklebenden Flächen verflüchtigen sich diese dann je nach Produkt mehr oder weniger schnell in die Umgebung (Ablüften) und der Kleber wird langsam fest. Ist der Kleberfilm „fingertrocken“ beginnt die „offene Zeit“, die Zeit in der eine Bearbeitung stattfinden kann. Beide Klebeflächen werden unter möglichst starkem Druck aufeinandergefügt. Aufgrund der Anfangsfestigkeit des Klebstoffs haften beide Flächen nun direkt nach Zusammenfügen aneinander, so dass bereits eine weitere Bearbeitung stattfinden kann. Besonders für Überkopf- oder Senkrechtverklebungen erweist sich diese Eigenschaft als besonders praktisch. Eben diese Festigkeit direkt nach dem Kleben ist einer der bezeichnenden Unterschiede zu den oben genannten Reaktionsklebstoffen. Allerdings ist diese Art von Klebstoffen nur zu verwenden, wenn die zu klebenden Materialien über eine glatte Oberfläche verfügen und direkt aufeinander geklebt werden können, also keine Spaltüberbrückung / Fugenfüllung nötig ist.